Langezeitbelichtete Landschaftsbilder mit eindrucksvollen Himmeln und einem tollen Tonwertumfang – wie zum Beispiel Fran’s Bilder – sehen oft unglaublich aus, wenn sie in Schwarzweiß umgewandelt werden. Sie sind das Ergebnis der wirkungsvollen zehnstufigen Neutraldichte-Technik. Fran hat sehr wenig Erfahrung mit Photoshop. Anstatt sie also mit komplizierten Techniken zu verwirren, entschied ich mich dafür, ihr anhand eines ihrer Bilder eine grundlegende und sehr einfache Schwarzweiß-Umwandlung zu zeigen. Wie Sie sehen, ist diese Technik äußerst effektiv. Ich sage immer: Man soll sich etwas zutrauen! Zu Zeiten der guten alten Dunkelkammer war auf Schwarzweiß-Bildern der komplette Tonwertumfang von Tiefschwarz bis Schneeweiß zu sehen, aber in unserem digitalen Zeitalter scheinen Fotografen von Grautönen besessen zu sein und Angst davor zu haben, die Extreme der Tonwertskala auszureizen. Ich gebe natürlich zu, dass übertriebene Spitzlichter nicht gut aussehen. Gegen Schwarz spricht jedoch nichts und wenn Sie ein ausdrucksstarkes Schwarzweiß-Bild wollen, dann eignet sich eine Farbe am besten. Das Gleiche gilt für das Bildrauschen. Mir gefällt es. Es verleiht meinen Schwarzweiß-Bildern einen grobkörnigen, anmutigen Touch – die meisten Fotografen versuchen jedoch, Bildrauschen zu vermeiden, weil es unprofessionell sein soll. Unsinn! Digitale Bilder wirken oftmals nüchtern und langweilig, aber bei Schwarzweiß-Bildern schafft eine Dosis Bildrauschen Abhilfe. Bei der Umwandlung in Schwarzweiß müssen Sie einfach etwas wagen. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl. Schließlich haben Sie nichts zu verlieren.

Schritt 1 Die originale RAW-Datei (NEF-) wird mit Adobe Camera Raw in Photoshop CS3 geöffnet. Ich lasse Fran beim „Histogramm” oben rechts auf die Überbelichtungswarnung klicken. Ein Bereich des Himmels blinkt rot und deutet auf Überbelichtung hin. Schritt 2 Mithilfe des Wiederherstellen-Reglers können wir überbelichtete Bereiche entfernen. Anschließend passen wir
die Tonwertkurve an, um den Kontrast zu verstärken. RAW-Dateien sehen für gewöhnlich verschwommen aus. Daher sind diese Anpassungen meistens notwendig.
Schritt 3 Ich setze gerne zehnstufi ge Schwarzweiß-Bilder zu einem Quadrat zusammen. Folglich lasse ich Fran auf Bild>Bildgröße klicken. Sie überprüft die Größe des Bildes und gibt bei „Breite” und „Höhe” die entsprechenden Werte ein. Anschließend geht sie mit dem „Freistellungswerkzeug” über das Bild und wählt ein Quadrat aus.

     
Schritt 4 Am einfachsten lassen sich Farbbilder in Schwarzweiß umwandeln, indem man auf Bild>Anpassungen>Sättigung verringern geht. Das Ergebnis ist nicht besonders aufregend, aber dies lässt sich einfach ändern. Schritt 5 Beim „Polygon-Lasso-Werkzeug” stellen wir eine weiche Auswahlkante von 100 Pixel ein. Wir positionieren die Auswahllinie beim Himmel ein gutes Stück über den Himmel und das Ausfl ussrohr, gehen dann auf Bild>Anpassungen>Auto- Tonwertkorrektur und klicken auf OK. Schritt 6 Die „Auto-Tonwertkorrektur” ist zwar nicht anspruchsvoll, aber die Umsetzung ist einfach und wirkungsvoll. Fran wählt also das Abfl ussrohr und den Strand (gepunktete Linie) aus, geht anschließend auf Bild>Anpassungen>Auto- Tonwertkorrektur und klickt auf OK.

     
Schritt 7 Das Bild sieht langsam immer besser aus, aber der Strand ist immer noch ein bisschen zu hell. Also nehmen wir noch mal das „Lasso-Werkzeug” und wählen erneut die „Auto-Tonwertkorrektur”. Diesen Schritt führen wir für mehrere kleine Bereiche durch. Schritt 8 Obwohl uns das Bild nun gefällt, könnte es noch etwas dunkler sein. Fran wählt also Bild>Anpassungen>Ton wertkorrektur und bewegt den Regler für die mittleren Farbtöne etwas nach rechts, damit diese dunkler erscheinen. Schritt 9 Zum Schluss entfernen wir mit dem „Reparaturpinsel-Werkzeug” noch die letzten Makel. Wir gehen beim Zoom auf 100 %, damit wir alle Makel sehen, wählen dann das „Reparaturpinsel-Werkzeug” und halten während der Bereinigung die Alt-Taste gedrückt.