Die Erstellung von Bildern durch Zusammenfügen zahlreicher unterschiedlicher Aufnahmen kann zu interessanten Ergebnissen führen und ist in vielen verschiedenen Anwendungen möglich.

Erforderliche Ausrüstung Adobe InDesign CS3 (oder jedes DTP-, Grafi klayout- oder Bitmap-Bearbeitungsprogramm) + mehrere Fotos einer Szene
Dauer 30 Minuten
Ziel Erstellen eines großen, aus mehreren Fotos zusammengesetzten Bildes
Schwierigkeitsgrad Einfach

Panoramafotografie – aus mehreren Fotos zusammengesetzte ultrabreite Ansichten – wird immer beliebter, erfordert jedoch eine spezielle Ausrüstung und Software, wenn sie mit wirklicher Präzision gemacht werden soll. Bei Panografi en dagegen nimmt man es mit der fotorealistischen Perfektion nicht ganz so genau. Hierbei handelt es sich zwar auch um zusammengesetzte Bilder, wobei jedoch die Übergänge und Unterschiede zwischen den einzelnen Aufnahmen Bestandteil des gewünschten Effekts sind. Einzelfotos werden in einer Collage zusammengefügt, um letztendlich ein größeres Meisterwerk zu schaffen. Dabei sind im Endergebnis die verschiedenen Fotos noch mehr oder weniger voneinander zu unterscheiden. David Hockney hat diese Technik vor einigen Jahrzehnten eingesetzt; sie fi ndet sich aber auch in den Werken kubistischer Maler von vor fast einem Jahrhundert.

Panografi en, die Ergebnisse dieser Art der Bilderzusammensetzung, ermöglichen die Darstellung einer breiteren Ansicht als mit normalen Objektiven, aber ihre Möglichkeiten sind damit längst nicht ausgeschöpft. Sie erstellen Panografi en einfach, indem Sie überlappende Aufnahmen machen und diese zusammensetzen. Je nach gewünschtem Effekt können Sie die Kamera neigen, wenn Sie sich an der Szene entlang bewegen, damit ein Gefühl von Bewegung entsteht. Oder Sie können einen bestimmten Bereich vergrößern, Aufnahmen zu unterschiedlichen Zeiten machen oder Bilder von verschiedenen Standpunkten aus aufnehmen. Die Fotos können in Photoshop, einem DTP- oder einem Grafi kprogramm, wie InDesign,
QuarkXPress oder Illustrator, oder Pages von Apple im Layoutmodus zusammengesetzt werden.

SCHRITT 01 MACHEN SIE BILDER Wählen Sie die Szene, und stellen Sie sie sich als Breitformat vor, eine breitere Ansicht als mit einer einzelnen Aufnahme eingefangen werden kann. Vielleicht arbeiten Sie gern mit einer festen Belichtung, wenn Ihre Kamera dies zulässt, damit Sie am Ende nicht eine Mischung aus helleren und dunkleren überlappenden Aufnahmen haben. Hier haben wir alles in der automatischen Einstellung gelassen – das Gegenteil dessen, was in der Panoramafotografi e normalerweise üblich ist. SCHRITT 02 BEREITEN SIE DIE FOTOS VOR Machen Sie die Aufnahmen, und zwar reichlich. Sie werden wahrscheinlich nicht alle gemachten Bilder verwenden, aber es wird hilfreich sein, aus einer Vielzahl von Bildern auswählen zu können. Speichern Sie sie in einem für Ihren Prozess geeigneten Format. Wir haben tiff verwendet, aber jpeg funktioniert normalerweise auch.
   

SCHRITT 03 ERSTELLEN SIE DAS LAYOUT Wir verwenden InDesign, da dieses Programm objektorientierter ist als Photoshop. Setzen Sie einige Bilder auf die Seite, und ordnen Sie sie so an, dass ein größeres Bild entsteht. Suchen Sie aussagekräftige Teile des Bildes, und arbeiten Sie mit diesen. Sie müssen nicht jedes einzelne Element unterbringen. SCHRITT 04 NEIGEN SIE BILDER Sie müssen einige Bilder möglicherweise neigen, wenn Sie sich einem Ende einer großen Komposition nähern, vor allem, wenn die Kamera beim Fotografi eren gedreht wurde. Mit dem richtigen Motiv kann das sehr wirkungsvoll sein – Sie müssen sich das aber immer wieder vor Augen führen und bildlich vorstellen, schon wenn Sie die Aufnahmen machen.
   

SCHRITT 05 STELLEN SIE DIE DECKKRAFT EIN Versuchen Sie, die Deckkraft von einem oder mehreren Bildern zu verringern, um den Übergang zwischen den Bildern zu optimieren. Wählen Sie bei InDesign eine oder mehrere Grafi ken und dann Objekt > Effekte > Transparenz. Mit den richtigen Bildern kann dies eine überraschend gute Wirkung haben. Hier haben wir einen Objektstil mit einer Deckkraft von 85 % eingestellt und dies anschließend auf jedes Bild in der Collage angewendet. SCHRITT 06 SCHAFFEN SIE WEICHE KANTEN Obwohl Sie sich nicht zu sehr darum kümmern sollten, die Bilder möglichst nahtlos ineinander übergehen zu lassen, kann der Einsatz weicher Kanten manchmal eine recht nützliche Technik sein. Sie ist besonders wirkungsvoll bei Szenen mit einem bewölkten Himmel, kann aber bei allen Arten von Motiven gute Dienste leisten, wenn es darum geht, einzelne Bereiche aufzufüllen.
   

SCHRITT 07 ÄNDERN SIE DIE BILDGRÖSSE Manchmal kann es notwendig sein, die Form des Grafi krahmens selber zu ändern (oder in Photoshop können Sie einfach Teile einer Bildebene maskieren oder löschen), damit das Bild abgeschnitten wird und so störende Bildelemente entfernt werden. Dies geht über das einfache Konzept der Verwendung gleich
großer rechteckiger Fotos hinaus und könnte bei sorgfältiger Ausführung eine eher kubistische
Wirkung haben.
SCHRITT 08 FÜGEN SIE REIHEN HINZU Wenn Sie mehrere Reihen von Bildern gemacht haben, sollten Sie damit anfangen, diese in den bestehenden Satz zu importieren und zusammenzusetzen. Wenn Sie die Belichtung auf „Automatisch“ gelassen haben, sind möglicherweise große Abweichungen in der Beleuchtung festzustellen. Hier haben die hellen
Fenster das Messgerät unten im Bild beeinfl usst. Wenn diese Wirkung zu stark ist, passen Sie sie in Photoshop an; ansonsten nehmen Sie keine Veränderung daran vor.
   
SCHRITT 09 ÄNDERN SIE DIE GRÖSSE DER SEITE Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass Sie falsch lagen, was die notwendige Seitengröße für dieses Projekt betrifft.Stellen Sie in InDesign und anderen ähnlichen Programmen die Dokumentengröße auf einen größeren Wert ein. Wir haben jetzt eine Seite im Format DIN A3. Vergrößern Sie in Photoshop die Arbeitsfl äche, damit Sie ausreichend Platz haben – Sie können sie später immer noch verkleinern. SCHRITT 10 SORGEN SIE FÜR EINE GUTE PLATZIERUNG Mit mehreren Bilderreihen kann es schwierig werden, alles gut anzuordnen. Lassen Sie sich dadurch aber nicht entmutigen, und verwenden Sie zur Positionierung der Elemente das Drehwerkzeug und die Transparenzwirkung. Passen Sie die Größe bei Bedarf im Rahmen an, oder
fotografi eren Sie Szene sogar noch einmal (falls dies möglich ist).
   

SCHRITT 11 NEHMEN SIE BILDEINSTELLUNGEN VOR An dieser Stelle ist es klar, dass bei diesem Satz Bildern die dunkleren einfach zu dunkel sind. Deshalb sollten Sie die Photoshop-Anpassungen vornehmen, die Sie bei diesen Bildern für angebracht halten. Wenn Sie mit InDesign gearbeitet haben, aktualisieren Sie einfach die verknüpften Dateien, oder importieren Sie sie noch einmal, wenn Sie ein weniger leistungsstarkes Layoutprogramm verwenden. SCHRITT 12 DER FEINSCHLIFF Vergessen Sie nicht, dass Ihnen weit mehr Optionen zur Verfügung stehen, als Elemente nur zu drehen oder hin und her zu senden. Diese abgeschnittene Ansicht zeigt einen Ausschnitt der Ausstellungsfl äche am Ende der Passage und ist mit einem Schatten und einem weißen Strich versehen. Exportieren Sie sie als
PDF-Datei, oder verwenden Sie die Photoshop-Datei direkt, wenn Sie fertig sind.