Das Fotografieren der ursprünglichen Bilder für die Panoramaaufnahme ist erst der Anfang. An dieser Stelle sind die Bilder lediglich Teile eines Fotopuzzles. Jetzt müssen Sie an den Computer und das alles zu einem Ganzen zusammenfügen.

TEXTE UND BILDER: ANDREW WILLIAMS

 

Wenn Sie bereits eine neuere Version von Adobe Photoshop besitzen, können Sie mit dem Befehl „Photomerge“ die Bilder zu einer Panoramaaufnahme zusammenfügen. In diesen von Entbehrung gekennzeichneten Tagen ist es erfreulich, wenn man kein Geld für ein Spezialprogramm ausgeben muss. Außerdem ist die Funktion „Photomerge“ gut in die anderen Produkte von Adobe integriert, wie Bridge und Lightroom.

Stellt sich die Frage: Wie schlägt sie sich?

Der Photomerge-Prozess ist ganz unkompliziert. Sie können damit problemlos einfache Panoramabilder in einer Reihe zusammenfügen. Im Wesentlichen wählen Sie schlicht die Bilder und die Projektion aus, woraufhin Photoshop alle Dateien als gesonderte Ebenen öffnet und zu einem einzelnen Panoramabild zusammenführt.
Wenn der Prozess richtig funktioniert, läuft dieser Vorgang relativ schnell ab und liefert gute Ergebnisse. Bei Panoramabildern mit mehreren Reihen lässt der Erfolg jedoch zu wünschen übrig. Sie können die Erfolgsquote verbessern, indem Sie Bilder für jede Reihe gesondert zusammenfügen und die einzelnen Reihen dann kombinieren. Das ist allerdings sehr zeitaufwändig. Wenn Probleme auftreten, gibt es in Photoshop keine Möglichkeit, Steuerpunkte manuell zu bearbeiten. Sie können also kaum korrigierend eingreifen. Die Version Photoshop Extended verfügt über mehr Werkzeuge für Panoramabilder mit mehreren Reihen, aber ich finde, eine reine Software zum Zusammenfügen von Bildern ist hier wirkungsvoller.
Für diese Übung verwende ich einen Satz mit sieben Bildern, die im National Wildfl ower Centre in Merseyside gemacht wurden. Anhand dieser Bilder werde ich zeigen, wie eine Panoramaaufnahme durch das Zusammenfügen von Bildern entsteht, und diese dann in ein Kreispanoramabild (auch als Planeten oder Fotosphären bezeichnet) konvertieren. Normalerweise brauchen Sie hierfür ein vollständiges 360-Grad-Panoramabild, sodass die Enden zusammenpassen. Aber in diesem Fall verwende ich ein Panoramabild mit einem kleineren Blickfeld, das ich ausschneide, damit die Verbindungsstellen nicht so deutlich sind. Wenn Sie an jedem Ende ein Motiv haben, das die Verbindungsstelle verbergen kann, ist eine 360-Grad-Ansicht nicht unbedingt erforderlich. Ich habe hier Photoshop CS4 verwendet. Allerdings können die Füllfunktionen in CS5, bei denen der Inhalt bewahrt wird, hilfreich sein, um weiße Bereiche außerhalb des Panoramabildes ohne Verwendung des Kopierstempel-Werkzeugs zu füllen.

 

1. Fangen Sie mit ihren Ausgangsbildern an

Wählen Sie in Photoshop „Datei>Automatisieren>Photomerge“. Damit wird das Dialogfenster „Photomerge“ geöffnet. Klicken Sie auf „Durchsuchen“, und wählen Sie die Ausgangsbilder für die Panoramaaufnahme aus. Alternativ können Sie in Bridge die Ausgangsbilder und dann die Befehlsfolge „Werkzeuge>Photoshop>Photomerge“ wählen. Oder wählen Sie in Lightroom die Ausgangsbilder aus, klicken Sie dann mit der rechten Maustaste, und wählen Sie „Bearbeiten in>In Photoshop zu Panorama zusammenfügen“.

 

 

2. Wählen Sie ein Panoramabild

Wählen Sie die gewünschte Art des Panoramabildes aus. Die Standardoption „Auto“ ist ein guter Ausgangspunkt. Damit wird die beste Projektion auf der Grundlage Ihrer Bilder ausgewählt. Mit der Option „Perspektivisch“ wird die Perspektive des zentralen Bildes verwendet, und die anderen Bilder werden in diese Perspektive verzerrt. Mit der Option „Zylindrisch“ werden die Bilder auf die Innenseite eines Zylinders abgebildet, wodurch der Horizont gerader wird und bessere Senkrechten entstehen.

 

3. Abschliessende Anweisungen für die Software

Aktivieren Sie zum Schluss die Option „Bilder zusammenfügen“. Wenn Ihr Objektiv eine Vignettierung (Schatten in den Ecken) aufweist, wie dies bei Weitwinkelobjektiven häufi g der Fall ist, aktivieren Sie die Option „Vignettenentfernung“. Bei Weitwinkelobjektiven mit einer sichtbaren Verzerrung können Sie dieses Phänomen durch Aktivieren der Option „Geometrische
Verzerrungskorrektur“ verringern.

 

 

4. Starten Sie mit OK den Zusammenfügungsprozess

Klicken Sie auf OK, um Photomerge zu starten. Photoshop erstellt dann einen Stapel von Ebenen, und zwar eine für jedes Ausgangsbild, jeweils mit einer Ebenenmaske. Die Masken verdecken die Überlappungen zwischen den Bildern, damit diese nahtlos ineinander übergehen können. Bei diesem Screenshot habe ich die Deckkraft der angrenzenden Ebenen verringert, damit Sie sehen können, wie die Bilder an der Übergangsstelle miteinander verbunden werden.

 

 

5. Bereinigen Sie das Bild

Sehen Sie sich das Bild genau an, vor allem an den Verbindungsstellen. Wenn Sie Probleme feststellen, können Sie die Maske bearbeiten, indem Sie auf die Maske klicken und dann darauf malen. Mit einem schwarzen Pinsel können Sie die zugrunde liegende Ebene ausblenden, mit einem weißen Pinsel können Sie sie einblenden. Für Korrekturzwecke können Sie kleine Bereihe auch kopieren. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, verwenden Sie die Befehlsfolge „Ebene>Auf Hintergrundebene reduzieren“, um alle Ebenen in einer Ebene zusammenzufassen.

 

 

6. Schneiden Sie das Bild ab

Jetzt müssen wir das Bild abschneiden (freistellen). Wählen Sie das Freistellungswerkzeug (Tastaturabkürzung C), und ziehen Sie den Griff oben und unten, um die wellenförmigen Kanten abzuschneiden. Legen Sie die Bildbreite mit den Griffen an der Seite fest. Ich möchte an der Verbindungsstelle meines Kreispanoramas den dunklen Bereich nicht, sodass ich rechts mehr abgeschnitten habe. Doppelklicken Sie im Freistellungsrechteck, um das Bild abzuschneiden.

 

 

7. Bereinigen Sie das Bild mit dem Kopier-Werkzeug

Ich habe unten einige weiße Bereiche gelassen, damit mehr senkrechte Tiefe entsteht. Diese können mit dem Kopierstempel-Werkzeug (Tastaturabkürzung S) leicht aufgefüllt werden. Doppelklicken Sie zur Anzeige in 100 Prozent auf das Vergrößerungswerkzeug, und klicken Sie dann bei gedrückter Alt-Taste auf den Kiesbereich, und übermalen Sie die weißen Bereiche. Vermeiden Sie eine Farbaufnahme in demselben Bereich, indem Sie bei gedrückter Alt-Taste auf verschiedene Bereiche klicken.

 

 

8. Bereit für den Kreis

Jetzt haben wir ein fertiges Panoramabild ohne Verbindungsstellen oder weiße Bereiche. Wir können nun also ein wenig kreativ werden und eine kreisförmige Version erstellen. Um den Himmel auf die Außenseite zu bekommen, muss das Panoramabild um 180 Grad gedreht werden. Wählen Sie also „Bild>Bilddrehung>180°“.

 

 

9. Vergrössern Sie die Arbeitsfläche

Das Bild muss quadratisch sein. Vergrößern Sie also die Arbeitsfläche mit der Befehlsfolge „Bild>Arbeitsfl äche“. Übertragen Sie den Wert aus dem Feld „Breite“ in das Feld „Höhe“. Klicken Sie im Feld „Anker“ oben in der Mitte auf den nach oben zeigenden Pfeil. Damit wird die Arbeitsfl äche nach unten erweitert. Ich möchte das kreisförmige Bild auf einem weißen Hintergrund. Also habe ich das im Erweiterungsfarbfeld „Arbeitsfläche“ angegeben.

 

 

10. Wählen sie Polarkoordinaten

Doppelklicken Sie auf das Hand-Werkzeug, bis Sie das ganze Bild sehen. Wählen Sie jetzt die Befehlsfolge „Filter>Verzerrungsfilter>Polarkoordinaten“. Vergewissern Sie sich, dass „Rechteckig zu polar“ ausgewählt ist, und klicken Sie auf OK.

 

 

11. Abschliessender Schritt

Das Kreispanoramabild wird in der Mitte der Seite klein angezeigt. Schneiden Sie also mit dem Freistellungswerkzeug ein umgebendes Rechteck ab. Wenn Sie Umschalttaste gedrückt halten, während Sie das Freistellungsfeld ziehen, bleibt die quadratische Form erhalten. Sie brauchen sich jetzt nicht um die Position zu kümmern, da Sie das Feld später positionieren können. Doppelklicken Sie in das Feld, um die Freistellung durchzuführen, und Ihr Panoramabild ist fertig.

 

 

Resultat: